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Ein globales Gesundheitsproblem

Alkohol ist die weltweit am weitesten verbreitete Suchtmittel – und gleichzeitig eines der gesundheitsschädlichsten [1]. Laut WHO war Alkohol im Jahr 2019 weltweit für rund 2,6 Millionen Todesfälle verantwortlich – das entspricht etwa 1 von 20 Todesfällen weltweit [2, 3].

Vergleich mit anderen Drogen

In internationalen Studien zur Gefährlichkeit von Drogen landet Alkohol regelmäßig unter den Top 10 der schädlichsten Substanzen [4, 5, 6]. Die gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen übertreffen in vielen Bereichen jene von illegalen Substanzen. Zu den häufigsten Todesursachen im Zusammenhang mit Alkohol zählen Verletzungen (z.B. Unfälle oder Gewalt) [7, 8], Lebererkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs [913]. Neben der direkten Gesundheitsbelastung verursacht Alkohol auch enorme gesellschaftliche Schäden durch Arbeitsausfälle, Pflegekosten, Verkehrsunfälle und Gewalt.

Giftige Wirkung im Körper

Alkohol (Ethanol) ist ein toxisches und krebserregendes Zellgift, das im Körper in Acetaldehyd umgewandelt wird – ein Stoff, der DNA-Schäden verursacht und Reparaturprozesse behindert [14]. Dadurch steigt das Risiko für verschiedene Krebsarten.

Organschäden und Immunsuppression

Zu den schwerwiegenden Auswirkungen von Alkohol auf den Körper zählen:

  • Immunsuppression: Bereits eine Episode starken Trinkens kann die Abwehrkräfte für bis zu 24 Stunden herabsetzen [15].
  • Hormonelle Effekte: Erhöhung des Östrogenspiegels und erhöhte Brustkrebswahrscheinlichkeit [16], reduzierte Fruchtbarkeit [17].
  • Psychische Auswirkungen: Höheres Risiko für Depressionen, Angststörungen und Abhängigkeit [18, 19].

Neurotoxizität und Gehirnvolumen

Schon geringe Mengen führen zu einer Reduktion des Hirnvolumens – besonders im Hippocampus und Kleinhirn. Frauen sind stärker betroffen [20, 21].

Alkohol und die Jugend

Ein besonders empfindlicher Zeitraum ist die Jugend und Pubertät: Das sich entwickelnde Gehirn ist anfällig für Schäden durch Alkohol – und je früher der Konsum beginnt, desto höher ist die spätere Abhängigkeitswahrscheinlichkeit. Der Frontallappen, der für Entscheidungsfindung, Impulskontrolle und Planung zuständig ist, befindet sich in dieser Phase noch in der Reifung. Alkoholkonsum kann diese Prozesse stören und langfristig zu Beeinträchtigungen von Lernen, Gedächtnis, Emotionsregulation und exekutiven Funktionen führen. Alkohol schädigt oder zerstört Nervenzellen im Hippocampus, was sich in Erinnerungslücken (Blackouts) und gestörtem Erinnerungsvermögen äußert [2225].

Langfristige Folgen für Jugendliche

Regelmäßiger Alkoholkonsum und Binge Drinking im Jugendalter sind mit messbar geringerer Entwicklung wichtiger Hirnregionen wie Frontallappen, Hippocampus, Amygdala und Corpus Callosum verbunden – mit potenziell bleibenden neurokognitiven Beeinträchtigungen. Dies korreliert mit schlechterer schulischer Leistung, höherem Schulabbruchrisiko sowie erhöhter Impulsivität und Risikoverhalten [22].

Leere Kalorien und Stoffwechselstörungen

Alkohol liefert 7 kcal pro Gramm, fast so viel wie Fett [26], enthält jedoch keine Vitamine, Mineralstoffe, Proteine oder Ballaststoffe.

Zusätzlich hemmt Alkohol die Fettverbrennung, stört den Insulinhaushalt und steigert impulsives Essverhalten – mit Folgen wie Gewichtszunahme, Fettleber und metabolischem Syndrom [2730].

Soziale Ungleichheit und frühe Prägung

Je früher Jugendliche mit Alkohol in Kontakt kommen, desto höher das Risiko für Abhängigkeit. Kinder aus benachteiligten Verhältnissen sind häufiger betroffen [31, 32].

Gesellschaftliche und wirtschaftliche Belastung

In Europa verursacht Alkohol jährlich soziale Kosten in Milliardenhöhe [33]. Gewalt, Unfälle und Arbeitsausfälle sind nur einige der Folgen. Die Allgemeinheit trägt den Großteil der Kosten.

Risiken bei moderatem Konsum

Schon geringe Mengen können zelluläre Alterung und Krebsrisiken erhöhen. In Studien wie der Nurses’ Health Study war bereits geringer täglicher Konsum mit einem 15% höheren Brustkrebsrisiko verbunden [34, 35].

Fazit

Alkohol ist kein harmloser Genuss. Er schädigt nahezu jedes Organ, fördert Krebs und psychische Erkrankungen – ohne ernährungsphysiologischen Nutzen. Weniger ist mehr – oder gar nichts.


Quellen